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Spielmacherinnen auf dem Schachbrett

Spielmacherinnen auf dem Schachbrett

Am Abend des 4. August lud die Initiative Pro Schach e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Fußballmuseum zur Veranstaltung „Spielmacherinnen auf dem Schachbrett“ ein. Im Konferenzsaal „N11“ trugen die Spielerinnen des Internationalen Frauenturniers ein Blitzturnier aus. Den fast 100 Gästen bot sich dabei im einzigartigen Ambiente ein fantastischer Blick sowohl auf den Platz der Deutschen Einheit als auch auf die 64 Felder.

Turnierdirektor Patrick Zelbel eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit dem Direktor des Deutschen Fußballmuseums, Tobias Moos. Dieser hieß die Gäste nicht nur herzlich willkommen, sondern wies auch auf die Gemeinsamkeiten zwischen Fußball und Schach hin. Den „Ball“ spielte er anschließend gekonnt zu einer Person weiter, die beide Welten bestens kennt: Marco Bode. Der ehemalige Nationalspieler und Europameister von 1996 ist selbst leidenschaftlicher Schachspieler. Zum königlichen Spiel kam er, als es in der fünften Klasse keinen Platz mehr in der Fußball-AG gab und er sich stattdessen für die Schach-AG entschied.

Im anschließenden Talk mit Patrick Zelbel erzählte Bode in lockerer Atmosphäre kleinere und größere Anekdoten aus dem Fußball und dem Schach und stellte außerdem sein Projekt „Schach macht schlau!“ vor. Seit geraumer Zeit engagiert er sich in seiner ehemaligen sportlichen Heimat Bremen für den Schachsport an Schulen und setzt sich dafür ein, diesen gezielt in den Unterricht zu integrieren.

Nach dem Gespräch wartete noch eine sportliche Herausforderung auf den Ex-Fußballprofi. Das junge Dortmunder Schachtalent Alexander Rogner war eingeladen, um mit Bode eine Blitzpartie zu spielen. Wie sich Schach und Fußball erfolgreich miteinander verbinden lassen, zeigt Alex selbst eindrucksvoll. Im vergangenen Jahr wurde er NRW-Meister in der Altersklasse U12 und steht gleichzeitig für die Jugendabteilung von Bayer Leverkusen als Torwart zwischen den Pfosten. Bode wehrte sich zwar tapfer gegen Alex, doch am Ende konnte der 12-Jährige den Schaukampf souverän für sich entscheiden.0Y3A2694

Den sportlichen Höhepunkt des Abends läuteten der Dortmunder Sparkassen-Vorstand Sebastian Junker und die Bürgermeisterin Britta Gövert ein. Als Förderer der Sparkassen Chess Trophy wurde ihnen gemeinsam mit Tobias Moss die Ehre zuteil, den zeremoniellen ersten Zug beim Blitzturnier der Frauen auszuführen.

Gespielt wurde im Double-Round-Robin-Modus, sodass jede Spielerin gegen jede Konkurrentin jeweils einmal mit den weißen und einmal mit den schwarzen Steinen antrat. Das Blitzturnier stellte zugleich den Tiebreak für das Internationale Frauenturnier der Dortmunder Schachtage dar.

Kulon erwischt besten Start - Song mit eindrucksvollem Comeback

Schnell wurde klar, dass sich Klaudia Kulon, Dinara Wagner, Yuxin Song und Nataliya Buksa nichts schenken würden. Als die Schiedsrichter nach der Hälfte des Turniers eine Pause ansetzten, war noch keine einzige Partie remis ausgegangen.

Klaudia Kulon erwischte den besten Start in das Turnier. Die Polin durfte direkt mit zwei Weißpartien beginnen und gewann beide nach starkem Spiel gegen Yuxin Song und Dinara Wagner. Mit den schwarzen Steinen lief es für sie jedoch deutlich schlechter. Während sie im klassischen Turnier nach zwei Runden mit zwei Schwarz-Remis ungeschlagen geblieben war, verlor sie im Blitz alle drei Partien mit Schwarz. So reichte es am Ende nur zum dritten Platz.

Auch für die deutsche Nationalspielerin Dinara Wagner verliefen die Partien mit Schwarz wenig erfolgreich – auch sie konnte mit dieser Farbe keinen einzigen Punkt holen. Trotz eines Sieges gegen Kulon in der Schlussrunde konnte sie die Polin in der Tabelle nicht mehr überholen und belegte den vierten Platz.

0Y3A3131Damit entwickelte sich das Turnier zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Ukrainerin Nataliya Buksa und der Chinesin Yuxin Song (Foto). Vor der letzten Runde lag Song noch einen halben Punkt hinter der führenden Buksa. Sie spielte kompromisslos auf Sieg, doch Buksa verteidigte sich zunächst stark und erarbeitete sich sogar die bessere Stellung. In beiderseitiger Zeitnot unterliefen der Ukrainerin jedoch entscheidende Fehler, die Song konsequent zum vollen Punkt und damit zum Turniersieg nutzte.

Damit steht die Reihenfolge des Tiebreaks für das Internationale Frauenturnier fest:

  1. Yuxin Song
  2. Nataliya Buksa
  3. Klaudia Kulon
  4. Dinara Wagner.

Nach spannenden Blitzpartien, unterhaltsamen Gesprächen und einem gelungenen Rahmenprogramm endete ein Abend, der den Schachsport einmal von einer anderen Seite präsentierte. Im Anschluss an das Turnier nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch mit den Spielerinnen und den zahlreichen Ehrengästen. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun wieder auf das Internationale Frauenturnier der Sparkassen Chess Trophy, das morgen mit der dritten Runde seine Fortsetzung findet und nach dem spannenden Blitz-Tiebreak zusätzliche Brisanz verspricht.

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