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Amar alleiniger Spitzenreiter – Yuxin Song vorzeitig Siegerin

Amar alleiniger Spitzenreiter – Yuxin Song vorzeitig Siegerin

In der vorletzten Runde des A-Opens haben sich die Titelanwärter für den finalen Tag herauskristallisiert. Im direkten Duell der beiden Führenden Elham Amar und Felix Xie behielt der norwegische Großmeister die Nase vorn. Der Turnierorganisator des größten Schachturniers der Welt, dem Grenke Chess Open in Karlsruhe, und Teamchef des erfolgreichsten Schachbundesliga-Vereiens Sven Noppes machte den zeremoniellen Eröffnungszug zum Start der 8. Runde des A-Opens und 5. Runde des internationalen Frauenturniers.

0y3a4724Am Spitzenbrett wählte Xie die Englische Eröffnung gegen Amar (Foto). Eine ambitionierte Wahl, die viele Figuren auf dem Brett lässt und zu kämpferischen Stellungen führt. Amar war der Erste, der die Symmetrie brach, indem er seinen Läufer mit dem h-Bauern auf g4 deckte und sich dadurch einen Doppelbauern einhandelte. Die Partie plätscherte indes vor sich hin, bis Xie beim Abtausch der Schwerfiguren am Damenflügel den letzten Turm Amars nicht loswurde. Dieser konnte daraufhin in die Stellung des Neuseeländers eindringen. Amar überspielte den jungen IM im Endspiel und fuhr den Punkt zur alleinigen Tabellenführung mit 7/8 ein.

 

0y3a4685Sumiya Chinguun(Foto) gelang am zweiten Brett die Sensation. Mit den schwarzen Steinen schlug er den mit rund 300 Elo favorisierten Matthias Blübaum. Blübaum nahm sich in der Eröffnung einige Freiheiten. Er schob aggressiv seinen g-Bauern nach vorne und verzichtete auf die Rochade. Diese Partieanlage gab ihm im Gegenzug ein volles Bauernzentrum, sodass die Stellung im dynamischen Gleichgewicht blieb. Die Schwäche des weißen Königs sollte sich jedoch rächen. Nach nur einem (!) fehlerhaften Zug von Blübaum war die Stellung plötzlich forciert verloren. Chinguun ließ die Chance nicht liegen und brachte innerhalb weniger Züge einen verheerenden Angriff zustande, für den es keine Verteidigung gab. Ein bitteres Ergebnis für Blübaum und ein riesiger Erfolg für Sumiya Chinguun! Mit 6,5/8 ist der mongolische IM damit weiterhin im Rennen um den Turniersieg.

0y3a4605Am dritten Brett präsentierte der Vorjahreszweite eine wahrlich kämpferische Leistung. Gegen Yu Tian Poh presste der indische Großmeister Surya Ganguly (Foto) Wasser aus einem Stein. Poh verteidigte sich lange Zeit zäh gegen die Gewinnversuche Gangulys. Zwar schaffte es Ganguly immer wieder, kleinere Vorteile herauszuspielen, doch Poh fand stets den Weg zurück zu einer ausgeglichenen Stellung. Erst als beim Malaysier die Zeitnotphase einsetzte, sollte sich etwas Konkretes materialisieren. Poh versuchte, die letzten verbliebenen Türme abzutauschen, was seinem Gegner jedoch einen entscheidenden Vorteil verschaffte. Es blieben ein Springer für Poh und ein Läufer für Ganguly sowie Freibauern an beiden Flügeln. Auch in diesem Fall sollte sich zum Bedauern Pohs die alte Weisheit bewahrheiten, dass der Läufer in einer solchen Stellung die bessere Figur als der Springer ist. Ganguly gewann den ausdauernden Kampf schließlich im 82. Zug.

Da die anderen für den Gewinn der Sparkassen Chess Trophy 2026 relevanten Partien Remis ausgingen, spielen morgen Elham Amar mit 7/8 sowie Sumiya Chinguun und Surya Ganguly mit jeweils 6,5/8 den Turniersieg aus. Ganguly bekommt dabei am ersten Brett die Chance zum direkten Duell mit Amar. Chinguun spielt am zweiten Brett gegen seinen Landsmann Amilal Munkhdalai.

Ein Trostplaster für Fans der deutschen Nationalmannschaft: Dmitrij Kollars und Rasmus Svane konnten beide ihre heutigen Partien gewinnen. 

 

Internationales Frauenturnier

0y3a4451 x thumbIm internationalen Frauenturnier konnte sich Yuxin Song bereits vor der letzten Runde zur Siegerin küren. Da die Chinesin den Blitz-Tie-Break gewann gibt es rechnerisch keine Möglichkeit mehr ihr den Sieg streitig zu machen. 

Klaudia Kulon wählte mit den schwarzen Steinen eine scharfe Variante gegen das Londoner System der Chinesin. Die Vorbereitung der polnischen Nationalspielerin schien allerdings schon früh zu enden. Song Yuxin erspielte sich schnell einen komfortablen Vorteil, der sich innerhalb kürzester Zeit zu einem gewaltigen entwickelte. Die Chinesin trieb den schwarzen König ins Freie und im 27. Zug wäre es bereits zum Matt gekommen, hätte Kulon nicht zuvor aufgegeben.

Damit feiert Song Yuxin ihren dritten Sieg in Folge und krönt ein beeindruckendes Comeback mit dem Turniersieg! Nach einem schwierigen Start kämpfte sich die Chinesin zurück und sicherte sich mit einer starken Schlussphase den Titel im Frauenturnier.

Natalyia Buksa konnte ihre Niederlagenserie gegen Dinara Wagner beenden. In der Zeitnotphase der Deutschen nutzte die Ukrainerin einen schwerwiegenden Fehler aus. Ähnlich der Blübaum-Partie war auch bei Dinara Wagner nach dem Fehler in ausgeglichener Stellung alles sofort verloren. Buksa sah den forcierten Gewinn der Dame und Wagner musste ihre Hoffnungen auf den Sieg im Turnier ebenfalls begraben.

 

Somit ist Tabellenstand vor der letzte Runde:

1. Yuxin Song 3,5

2. Natalyia Buksa 2,5

3. Klaudia Kulon 2

4. Dinara Wagner 2

 

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