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A-Open 2026: Spieler im Fokus

Die Sparkassen Chess Trophy 2026 startet am Samstag mit den offenen Turnieren und verspricht ein Event voller spannender Geschichten. Während etablierte Großmeister um den Turniersieg im A-Open kämpfen, wollen aufstrebende Talente und formstarke Außenseiter ihre Chance nutzen. Das Teilnehmerfeld vereint Erfahrung, jugendlichen Ehrgeiz und einige Spieler, deren aktuelle Form kaum vorhersehbar ist. Ein Blick auf sechs prominente Spieler, auf deren Abschneiden in Dortmund man besonders gespannt sein darf und die mit ihren unterschiedlichen Ausgangslagen den Turnierverlauf maßgeblich prägen könnten.

Matthias Blübaum mit Weiß 1Der Topfavorit: GM Matthias Blübaum

Dass der an Position eins gesetzte Blübaum als Favorit gehandelt wird, dürfte die wenigsten überraschen. Der deutsche Großmeister überzeugte bereits im Jahr 2026 mit einem sehr starken Turnier in Wijk aan Zee sowie seiner Teilnahme am Kandidatenturnier. Vor Kurzem erlebte Blübaum hingegen zwei gebrauchte Wochen in Biel. Beim Biel Masters Triathlon 2026 blieb er im klassischen Schach sieglos und musste eine Niederlage hinnehmen. Im Blitz- und Schnellschach blieb Blübaum weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, was am Ende Platz fünf von sechs zur Folge hatte. Dennoch geht Blübaum mit knapp 60 Elo Vorsprung vor den nächstgesetzten Nationalmannschaftskollegen Dimitrij Kollars und Rasmus Svane ins Rennen. Dass ihm Dortmund liegt, stellte er mit dem Sieg der Sparkassen Chess Trophy 2025 im vergangenen Jahr bereits unter Beweis. Ein anderes Ziel als den Turniersieg kann es für Blübaum nicht geben.

Der Expertentipp: GM Andrew Hong

Andrew Hong hat kürzlich zum ersten Mal in seiner Karriere die 2600er-Marke überschritten und scheint sich nebenbei zu einem wahren Open-Spezialisten entwickelt zu haben. In seinem Heimatland konnte der junge Amerikaner beim US Masters den geteilten ersten Platz erringen, ehe er im Tiebreak Awonder Liang unterlag. Anschließend belegte er beim St. Louis Masters den vierten Platz. Besonders bemerkenswert ist, dass Hong in beiden Turnieren zusammengenommen nur eine einzige Partie verlor – gegen einen gewissen Fabiano Caruana. Beim Grenke Chess Open in Karlsruhe sicherte sich Hong in einem Teilnehmerfeld von knapp 1.000 Spielerinnen und Spielern den vierten Platz. Im kasachischen Aktobe reichte es für den 21-Jährigen nun auch zum Turniersieg. Hong verwies Topspieler wie Wang Hao, Alexey Sarana, Daniil Dubov sowie Kandidatenturnier-Teilnehmer Andrey Esipenko auf die Plätze und gewann das Turnier mit einem halben Punkt Vorsprung. Nimmt man den Trend der vergangenen Monate als Ausgangspunkt, wird man sich nicht wundern dürfen, wenn Andrew Hong am Ende der Sparkassen Chess Trophy ganz oben steht.

Christian Glöckler Dortmund 2025 Gorzinski verkleinertDer Shootingstar: IM Christian Glöckler

Das deutsche Ausnahmetalent Christian Glöckler (Foto Dortmund 2025, Gorzinski) spielt seit Anfang des Jahres förmlich entfesselt. Glöckler gewann in jedem Monat an Elo dazu, was einen Sprung von 2436 im Dezember 2025 auf nun knapp 2520 nach sich zog. Der 14-jährige Internationale Meister scheint zurzeit fast jedes Turnier zu gewinnen, an dem er teilnimmt. Dieses Jahr stehen bereits Siege beim Tata Steel Chess – Qualifiers, beim Limbourg Open und beim Biel Chess Festival zu Buche. Der letztere Sieg sollte ihm auch seine erste GM-Norm bescheren. Besonders bemerkenswert ist dabei die Konstanz seiner Ergebnisse. Anders als viele Nachwuchstalente überzeugt Glöckler nicht nur mit einzelnen Ausreißern, sondern sammelt seit Monaten regelmäßig starke Turnierergebnisse. Die zweite GM-Norm soll nun hoffentlich in Dortmund fallen. Falls Glöckler das Momentum der vergangenen Monate mitnehmen kann, könnte er jedem der gestandenen Topspieler gefährlich werden und ganz oben mitspielen.

Immer mit zu rechnen: GM David Navara

Navara Dortmund 2022Für den tschechischen Ausnahmespieler David Navara (Foto Dortmund 2022) war es bislang ein sehr wechselhaftes Jahr. Neben einem enttäuschenden Ergebnis bei den Europäischen Einzelmeisterschaften und einer Match-Niederlage gegen den Österreicher Felix Blohberger spielte der ehemalige Supergroßmeister immer wieder seine Klasse aus. Beim geschlossenen Turnier in Prag erzielte der mittlerweile 41-jährige Navara als letztgesetzter Spieler ein beachtliches Ergebnis von 4,5/9. Unter anderem remisierte Navara in dem Turnier mit Weltmeister Gukesh und der deutschen Nummer eins Vincent Keymer. Darüber hinaus konnte Navara in diesem Jahr bereits zum 14. Mal (!) die tschechische Meisterschaft gewinnen. Welche Version des Tschechen sich in Dortmund zeigen wird, dürfte entscheidenden Einfluss auf den Turnierverlauf haben. Fakt ist: Für einen gut aufgelegten David Navara ist auch der Sieg bei der Sparkassen Chess Trophy drin.

Der Comeback-Kandidat: GM Surya Ganguly

Der sechsmalige indische Meister ist kein Unbekannter in Dortmund. Bei der Sparkassen Chess Trophy 2025 musste sich Surya Ganguly (Foto Dortmund 2025) lediglich aufgrund der Feinwertung Matthias Blübaum geschlagen geben und sich mit dem zweiten Platz begnügen. Ganguly konnte in diesem Jahr bereits mit dem 3. Platz beim Bangkok Chess Club ein gutes Ergebnis einfahren, erlebte jedoch zuletzt beim Turnier in Biel eine Woche zum Vergessen. Ganguly, der topgesetzte Spieler des Turniers, verlor 22 Elo-Punkte und landete lediglich auf dem 19. Platz. Es ist zu hoffen, dass er die Pause zwischen Biel und Dortmund zur Regeneration genutzt hat und ihm Ganguly 080825das gute Ergebnis des vergangenen Jahres in Dortmund zur Trendwende verhilft und er sich mit einem starken Turnier zurückmeldet.

Der Favoritenschreck: FM John Heinrich

John Heinrich startet mit einem riesigen Erfolg im Rücken in die Sparkassen Chess Trophy. Der 18-Jährige gewann das Kandidatenturnier beim Schachgipfel in Dresden und sicherte sich somit das Recht, bei der Deutschen Einzelmeisterschaft im kommenden Jahr mitzuspielen. Ohne Niederlage gelang es Heinrich, sich am Ende vom übrigen Feld mit einem halben Punkt Vorsprung abzusetzen – bei einer Turnierleistung von 2543 und einem Elo-Plus von 42!  Eine ähnlich starke Leistung zeigte Heinrich bereits im Mai, als er in München das IM-Normenturnier gewann. Kurz vor dem Start der Chess Trophy trennen den jungen FIDE-Meister nur noch eine Norm und nicht einmal zehn Elo-Punkte von der magischen 2400er-Grenze und dem Titel des Internationalen Meisters. Das Ziel John Heinrichs ist für Dortmund somit glasklar. Auf dem Weg dorthin wird er sicherlich dem einen oder anderen höher gesetzten Spieler wichtige Punkte abnehmen.

Neben den sechs genannten Spielern gibt es noch unzählige weitere Geschichten, die den Turnierverlauf der Sparkassen Chess Trophy 2026 prägen werden. Das Teilnehmerfeld ist von Topspielern bis zu Amateuren bunt gemischt, und jeder geht mit seinen eigenen Erwartungen in das Turnier. Genau diese Unberechenbarkeit macht den Reiz des Turniers aus. In Dortmund darf man sich daher auf spannende Duelle, überraschende Wendungen und möglicherweise einen unerwarteten Sieger freuen.

Der Eintritt für Zuschauer ist frei und live vor Ort kommentiert GM Artur Jussupow die Toppartien ab Samstag auf Deutsch!

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