Großmeister, Trainer, Buch- und DVD-Autor, Vize-Präsident der Europäischen Schachunion und, und, und. Von welcher Person ist die Rede? So könnte eine Quizfrage in einem Wissenspiel über Schach in der Kategorie "Persönlichkeiten" lauten. Die Rede ist natürlich von Adrian Mikhalchishin. Der 63-jährige Ukrainer, der für Slowenien startet, ist am Brett nicht mehr so häufig aktiv, hat sich aber für die Sparkassen Chess Trophy im Juli angemeldet. Für ihn ist es eine Rückkehr an einen Ort, mit dem er viele Erinnerungen verbindet.

Aktuell ist Mikhalchischin aufgrund der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in seiner Wahlheimat genauso eingeschränkt wie die meisten Europäer. "Die Situation in Slowenien ist aber unter Kontrolle und es herrscht kaum Panik", teilte er uns mit. "Allerdings haben sich Supermärkte wie LIDL oder Hoffder, die aus dem Ausland beliefert werden, merklich geleert", fügt er hinzu.

Mikhalchischin ist ein fleißiger Autor, der schon 21 Bücher, bei verschiedenen Verlagen, und 16 DVDs bei ChessBase herausbrachte. Im Gegensatz zu den meisten Kollegen schreibt er weniger über Eröffnungen als vielmehr über strategische Themen oder bestimmte Endspiele. Seine Werke tragen dementspreched typische Titel wie "Pieces, Pawns and Squares" oder "Geheimnisse der Schachintuition".


Adrian Mikhalchischin im Studio von ChessBase | Foto: Pascal Simon

Mikhalchishin ist Mitglied der FIDE-Trainerkommission und arbeitet seit vielen Jahren als Coach für Spitzenspieler und Nationalmannschaften. Ihr Autor gab ihm vor, nur einen einzigen Ratschlag zu nennen, um sich als Schachspieler zu verbessern. "So viele Taktiktest wie möglich plus gut kommentierte klassische Partien!". Okay, letztendlich gab er zwei Antworten, aber darüber schauen wir gerne hinweg und liefern gleich eine Analyse des Meisters hinterher.

Mit Dortmund verbindet Mikhalchishin viele Erinnerungen. 1984 wurde er zu den Dortmunder Schachtagen eingeladen. "Es war ein großartiges Turnier mit sehr guten Konditionen und mit den den früheren WM-Kandidaten Andras Adorjan und Kevin Spragget", blickt er zurück. Damals gewann allerdings keiner der Favoriten, sondern Yehuda Gruenfeld aus Israel.

In den 90er Jahren startete er regelmäßig im offenen Turnier oder im geschlossenen B-Turnier. "Das beste Turnier fand 1992 statt. So einen Andrang auf ein Schachturnier wie damals in der Westfalenhalle hatte ich noch nie erlebt. Sie kamen alle, um Kasparov zu sehen. Ich erinnere mich, wie der damalige Weltmeister gegen Gata Kamsky verlor und mich und Azmaiparashvili danach in sein Zimmer beorderte, um mit ihm die ganze Nacht Karten zu spielen, weil er die fürchterliche Niederlage vergessen wollte", so Mikhalchshin.

Wie Kasparov gegen Kamsky verlor, können sie im Folgenden nachspielen.

28 Jahre später plant Mikhalchishin ein Wiedersehen mit Dortmund. Wir hoffen, dass er bei der Sparkassen Chess Trophy weitere schöne Erinnerungen sammeln wird.

Text: Georgios Souleidis

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