Würde es nach Niclas Huschenbeth gehen, hätte der Tag wohl mehr als 24 Stunden und Schlafen wäre keine notwendige Maßnahme. Er ist Großmeister, betreibt eine Online-Schachschule sowie einen YouTube-Kanal und wird in diesem Jahr sein Studium in Wirtschaftspsychologie in Berlin mit dem Master abschließen. Ach ja, in die Top 100 der Weltrangliste möchte er es auch schaffen und falls ihm das gelingt, wird der Nationaltrainer, Dorian Rogozenco, kaum an ihm vorbeikommen für die Schacholympiade in Moskau im August. Davor steht allerdings die Sparkassen Chess Trophy in Dortmund auf dem Programm.

 "Ich freue mich, das erste Mal in Dortmund zu spielen", äußert sich der 28-jährige Großmeister. Vor der Sparkassen Chess Trophy hat Huschenbeth mit dem German Masters Anfang Mai und mit der Europameisterschaft direkt danach zwei weitere Turniere geplant. Was die EM betrifft, muss man natürlich abwarten so Huschenbeth, ob sie überhaupt stattfindet - Stichwort Corona.

Bis dahin ist der Deutsche Meister der Jahre 2010 und 2019 ausschließlich in Ligen aktiv. Sowohl in der Schachbundesliga - für den FC Bayern München - als auch in Tschechien und Österreich verteidigt er das Spitzenbrett für seine jewelige Mannschaft. "Das ist mir sehr wichtig, weil ich dadurch gegen absolute Topleute spielen kann. Das ist natürlich ein hartes Pflaster, aber ich verfolge weiterhin das Ziel den Sprung unter die Top 100 der Weltrangliste zu schaffen."


Niclas Huschenbeth im Einsatz in der Schachbundesliga | Foto: Georgios Souleidis

Nach zahlreichen guten Ergebnissen im Jahr 2019, von denen sein hervorragendes Resultat beim Weltcup heraussticht - er bezwang in der 1. Runde Arkadij Naiditsch 2:0 und flog in der 2. Runde erst im Stechen gegen den Weltklassemann Nikita Vitiugov raus, schnüffelte er mit einer Elo-Zahl von virtuell 2637 an der Top 100. Danach ging es aber wieder etwas bergab und er nimmt jetzt mit einer Elo-Zahl von 2605 einen neuen Anlauf.

Schaut man sich seinen Instagram-Account an, so hat man eher den Eindruck, es mit einem Modellathleten zu tun zu haben als mit einen typischen Schachspieler. Ohne regelmäßige körperliche Aktivität wäre das selbstauferlegte Pensum auch kaum zu schaffen. "Ich sage immer, dass ich auf drei Hochzeiten tanze", erzählt Huschenbeth. Neben seiner Karriere als Schachspieler und seinem Studium, das er in den kommenden Monaten abschließen möchte, liegt ihm seine Online-Schachschule sehr am Herzen, die er zusammen mit einem Partner aus der Taufe gehoben hat. Auf Chessence bietet er ein komplettes Trainingsangebot für alle Spielstärken bis DWZ 2000 an.

Lange vor diesem Projekt startete er aber als einer der wenigen Großmeister überhaupt einen eigenen Kanal auf YouTube. Seit 2012 lädt er Videos hoch und hat mit über 30.000 Abonnenten eine treue und große Gefolgschaft aufgebaut. Natürlich kommentiert er auf seinem Kanal regelmäßig seine Partien, so auch seinen Sieg gegen Arkadij Naiditsch beim Weltcup 2019 in Khanty Mansiysk.

 

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