Andreas Jagodzinsky ist Turnierdirektor der Sparkassen Chess Trophy. Mit den folgenden fünf Fragen stellen wir ihn ein wenig vor und geben Einblicke in seine Arbeit.

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Andreas Jagodzinsky bei der Pressekonferenz am 31 Januar im Hause des Titelsponsors Sparkasse Dortmund | Foto: Guido Kohlen

1. Andreas, das ist das erste Mal, dass du bei einem großen Turnier als Turnierdirektor fungierst. Gab es in den letzten Wochen etwas Ungewöhnliches oder Besonderes, worüber wir berichten dürfen?

Wie du schon richtig festgestellt hast, ist es das erste Mal, dass ich Turnierdirektor bei einem solch großen Turnier bin. Insofern ist für mich im Moment vieles ganz besonders und neu. Da wir aber im Team alle wichtigen Funktionen sehr gut besetzt haben, läuft das alles bislang reibungslos ab.

2. Hast du dir ein persönliches Ziel gesetzt für die Sparkassen Chess Trophy?

Ich möchte mich nicht auf Teilnehmerzahlen festlegen. Wichtig ist, dass wir hier ein attraktives Turnier durchführen, bei dem Spitzenspieler und Amateure unter dem Dach der Westfalenhallen fünf Tage gemeinsam Schach spielen. Und hoffentlich gehen alle nach der Siegerehrung nach Hause und wollen auch im kommenden Jahr wieder teilnehmen.

3. Du bist mit der früheren rumänischen Nationalspielerin Carmen Voicu verheiratet, die als Trainerin sehr erfolgreich arbeitet. Ist das Thema Schach zu Hause allgegenwärtig?

Schach ist schon ein Thema, das viel Raum bei uns einnimmt. Ob das nun die Jugendarbeit oder Frauenmannschaft im Verein in Hemer, ihre Tätigkeit als Landestrainerin des Schachbundes NRW betrifft oder einfach nur ein paar gemeinsame Blitzpartien gespielt werden. Ein Tag komplett ohne Schach dürfte eher die Ausnahme sein.

4. Du bist auch der Referent für Leistungssport beim Deutschen Schachbund. Gibt es eine Zusammenarbeit der Sparkassen Chess Trophy mit dem DSB?

Natürlich sind die Beziehungen zu Mitarbeitern und Funktionären vom Deutschen Schachbund (DSB) und der Deutschen Schachjugend (DSJ) sehr hilfreich. Der Schachgipfel oder die DSAM beim DSB oder die Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften bei der DSJ sind Großveranstaltungen, bei denen Maßstäbe gesetzt worden sind. Der Austausch mit Verantwortlichen dieser Turniere ist für mich ganz wichtig.

Und natürlich kenne ich die Nationalspielerinnen und -spieler teilweise seit vielen Jahren, was mir vielleicht einen gewissen Vertrauensvorschuss gibt, sie als Teilnehmer für die Sparkassen-Chess-Trophy zu gewinnen.

5. Das deutsche Schach hat viele Talente, aber keinen absoluten Weltklassespieler. Was muss aus deiner Sicht getan werden, damit das erreicht wird?

Dazu muss viel zusammenkommen. Zunächst benötigt man Kinder, die für Schach begeistert sind, aber auch von sich aus Spaß daran haben, sich eigenständig mit Schach zu beschäftigen. Für das erforderliche Training und die Reisen zu Turnieren müssen die Familien dieser Spieler und das Umfeld, also vorrangig die Vereine oder ab einem bestimmten Niveau Sponsoren Geld investieren.

Man darf aber auch nicht übersehen, dass die Zahl der Spieler, die dauerhaft wirklich gut vom Schachspielen leben können, kleiner als bspw. im Fußball ist. Für starke deutsche Nachwuchsspieler, die in der Regel auch gute Schüler sind, fehlt - anders als in vielen anderen Ländern - der Aspekt einer sozialen Aufstiegsmöglichkeit durch schachlichen Erfolg. Diesen Umstand sollte man bei aller Hoffnung auf einen deutschen Weltklassespieler nicht bedauern.

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